Grande Finale in Hockenheim

Datum: 10. Oktober 2010
Bei optimalen äußeren Bedingungen startete die DMV Touringcar Championship am 08. und 09.10.2010 zu ihrem großen Saisonfinale im badischen Motodrom. Die Schweizer setzten ihre über die gesamte Saison gezeigte Dominanz auch in Hockenheim fort.

In beiden Läufen belegten Eidgenossen die ersten drei Plätze. Zudem verteidigte der Wahlschweizer Hans-Christian Zink seinen Titel und vervollständigte somit den totalen Schweizer Triumph.


Rennen 1
Jürg Aeberhard war erneut das Maß aller Dinge. Der junge Schweizer stürmte mit seinem Porsche 993 GT2 vom Start weg auf und davon. Im Mittelfeld krachte es in der Nordkurve und einige Piloten trudelten ins Aus. Nichts lief beim Zweitplatzierten Edy Kamm, der Eidgenosse im Ex-DTM Audi A4 kam überhaupt nicht zurecht. Pech hatte auch Pierre von Mentlen, der Pilot des spektakulären SRM V8 war in der Startphase unschuldig in einen Unfall verwickelt worden und hatte sich einen erheblichen Schaden an der Front eingefangen. Dennoch reichte es für den von ganz hinten gestarteten von Mentlen noch für den letzten Podiumsplatz hinter seinen Landsleuten Aeberhard und Kamm. Die Top 5 vervollständigten Christian Kohlhaas in der Dodge Viper und Christian Nowak in der CN-Cobra.

Für den Sieger Aeberhard war es ein Rennen nach Maß: «Es war alles einfach perfekt. Die Reifen und die Bremsen haben sehr gut funktioniert. Ich konnte sogar meine Zeiten aus der Qualifikation fahren.» Ganz im Gegensatz zum Zweiten Edy Kamm. «Ich hatte mit dem Bremsen Problem und meine Reifen hatten keinerlei Grip, das Auto war einfach unfahrbar», schilderte Kamm sein Missgeschick. «Statt einzulenken, bin ich oben vor der Mercedes-Tribüne mehrmals gerade aus gefahren. Da musste ich den Jürg natürlich ziehen lassen.» Von Mentlen war natürlich wenig angetan von seinem Unfall: «In der Startphase hat sich ein Auto in mich hineingedreht. Ich habe mir die Spur total verstellt und die Front zerschlagen. Besonders ärgerlich ist, dass es sich dabei genau um denselben Piloten handelte, wie bei meinem letzten Unfall hier in Hockenheim. Ich war recht schnell auf Platz 15 und kam dann schließlich bis auf Platz drei nach vorne, was unter den Voraussetzungen das Optimum war.»

Auch der Meisterschaftsfavorit Hans-Christian Zink (M3) war in den Startunfall involviert, konnte mit angeschlagener Felge und ohne Boxenstopp jedoch weiter fahren: «Ich hatte riesiges Glück bei dem Unfall in der Nordkurve. Mir war einer gegen das linke vordere Rad geflogen und ich dachte schon, dass es vorbei ist», blickte der neue und alte Meister zurück. «Doch lediglich die Felge hat was abbekommen und ich konnte problemlos weiterfahren.» Das gleich galt für den Gewinner der Klasse »Gruppe A + H + F + Porsche Cup bis 3800 ccm + Donkervoort Cup« Frank Schreiner im Porsche 996 GT3. «Im ersten Lauf wäre ich beinahe im Startunfall hängen geblieben. Ich musste zurück in den ersten Gang und verlor vier oder fünf Plätze.», berichtete der Völklinger. «Die Plätze habe ich schnell wieder aufgeholt. Zur Rennmitte konnte ich Adrian Maeder überholen und hatte somit die Führung in der Klasse.»

Den Sieg in der Klasse »Ferrari Challenge 430 + Porsche 997 Cup + Corvette GT3« holte sich Carsten Tilke (Porsche 997 GT3 Cup). Der Sohn des Rennstreckenbauers profierte dabei allerdings vom Pech eines Kollegen: «Der Führende Martin Dechent wurde bei einem Positionskampf in einen Unfall verwickelt und ich konnte in der zweitletzten Runde die Führung übernehmen.» Sehr zufrieden zeigte sich auch Markus Huggler: «Diesmal hatte ich endlich einige Teilnehmer mehr in der Klasse. Ich konnte einen Konkurrenten überholen und profitierte zudem von einem Ausfall. Aber in einem Rennen ist nun mal die Zielflagge ausschlaggebend.»

Rennen 2
Der Start des zweiten Durchgangs lief ohne größere Probleme und war an der Spitze zunächst eine Kopie des ersten Rennens, wenn auch unter völlig anderen Vorzeichen. Jürg Aeberhard zog zunächst wieder auf und davon. Edy Kamm, der von ganz hinten gestartet war, kämpfte sich mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit durch das gesamte Feld.

Nicht anders Pierre von Mentlen, der mit seiner mit reichlich geklebten Front von der Boxengasse das Feld ebenfalls von ganz hinten aufrollte. Zur Rennmitte erging es Aeberhard wie Kamm im ersten Durchgang: Seine Reifen und seine Bremsen machten schlapp und Kamm zog mit Leichtigkeit an seinem Landsmann vorbei. Trotz der Probleme und nicht zuletzt wegen seines in der Anfangsphase herausgefahrenen Vorsprungs konnte er den zweiten Platz noch klar vor von Mentlen behaupten. Der Laufsieger Edy Kamm hatte in der Pause die richtige Entscheidung getroffen: «Erstmals überhaupt seit ich das Auto fahre, habe ich für den zweiten Lauf ganz neue Pneus aufgezogen und alles funktionierte hervorragend. Allerdings profitierte ich wiederum von Jürg´s Reifenproblemen.» Das bestätigte Aeberhard: «Die Zeit zwischen den beiden Rennen war sehr knapp und ich verzichtete deshalb auf einen Reifenwechsel. Der Satz wurde zur Rennmitte richtig schlecht. Als Edy vorbei war, versuchte ich zwar noch zu attackieren, doch da ging nichts mehr. Dann ging auch noch das Bremspedal nach unten und ich war froh noch Zweiter zu werden.»

Für von Mentlen war der neuerliche dritte Platz noch das Beste gewesen: «Wir wurden mit der Reparatur nicht fertig und ich musste aus der Box nachstarten. Ich hätte eigentlich nicht mit einem Podiumsplatz gerechnet, bin aber froh, dass es doch noch gereicht hat.» Vierter und zudem Sieger in der Klasse »Ferrari Challenge 430 + Porsche 997 Cup + Corvette GT3« wurde am Ende Martin Zander. «Das zweite Rennen war sehr gut, ich hatte zwar einen harten, aber wie ich dennoch finde fairen Kampf. Selbst wenn das einige Gegner nicht so gesehen haben», schilderte der Pfälzer seinen zweiten Lauf. «Es lief eigentlich besser, als ich es für Hockenheim erwartet hatte, denn dies ist nicht meine Strecke. Aber vielleicht wird sie es jetzt.»

Frank Schreiner konnte seinen Triumph aus dem ersten Durchgang wiederholen: «Beim Start musste ich außen auf die Kerbs und schon wieder waren einige Plätze weg. Doch wenige Runden später war ich an Adrian Maeder dran, hatte Druck gemacht und nach einem Dreher von ihm auch schnell vorbei. Danach war es einfach.» Ebenfalls einen Doppelsieg gab es für Markus Huggler in der 2-Liter-Klasse.

Meisterlich war auch die Vorstellung des neuen und alten Champions Hans-Christian Zink. Im zweiten Rennen fuhr er einen ungefährdeten Klassensieg nach Hause. «Wie es sich herausstellte war nur die Felge und die Spur etwas verzogen. Das zweite Rennen war dann perfekt», strahlte Zink. «Das war ein richtig geiles Rennen und ich hatte schöne Kämpfe mit einigen Porsche. Einfach ein klasse Abschluss für eine klasse Saison.» Der Franke hat sich natürlich schon für 2011 eingeschrieben. Wie weitere 32 andere Piloten übrigens auch. Von solchen Zahlen wagen andere Veranstalter nicht einmal zu träumen und sie geben dem Konzept der Serienveranstalter Uschi und Gerd Hoffmann absolut recht.

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